Training für Weltrekord-Versuch

Daniel Fenn hat für seine 24-Stunden-Fahrt professionelle Unterstützung gefunden.

ELFERSHAUSEN | Weit gesteckt hat sich Liegendrad-Fahrer Daniel Fenn sein Ziel. 1100 Kilometer will der Elfershäuser binnen 24 Stunden mit seiner muskelgetriebenen Plastikflunder auf dem Dekra-Oval am Lausitzring zurücklegen. Das hieße für ihn den Weltrekord und einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde.

“Nie ist jemand in dieser Zeit mit Muskelkraft so weit gekommen”, beschreibt der 33-Jährige die Faszination der Herausforderung. Inzwischen ist Fenn für den Rekordversuch voraussichtlich im Juli in die heiße Trainingsphase eingetreten. Der Weg ist das Ziel, um die Beinmuskeln in Form zu bringen. Mal eben mit dem Rad zur Verwandtschaft nach Nürnberg und zurück oder ein 35-Kilometer-Marsch durch die Natur. Es gibt fast nichts, was den Europameister 2009 im Straßenrennen bremsen könnte. Höchstens ein Leistungstief durch Trainingsüberlastung. Es werden Tiefs kommen”, schaut er respektvoll voraus. Was tun, außer treten in diesen 24 Stunden, was denken? Immer im Blick natürlich die aktuelle Rekordmarke, die Christian Ascheberg (50) auf 1069 Kilometer hinaufgeschraubt hat.

Es wird stark auf die Taktik ankommen, um den angepeilten Stramme Waden Schnitt auf dem 3,5 Kilometer langen Rundkurs zu halten. Mittlerweile haben sich fünf weitere Fahrer angemeldet. Was dem Individualisten Fenn zunächst gar nicht so recht war, interpretiert er mittlerweile als Vorteil. Der unmittelbare Vergleich auf der Strecke nimmt die Einsamkeit. Und wie Sportgeist verbindet. Nach den letzten Erfolgsmeldungen über Fenn in der Main-Post hat Chefarzt Dr. Willi Zink von der Frankenpark-Klinik in Bad Kissingen dem 33-Jährigen seine Unterstützung angeboten. Sein orthopädisches Ärzteteam, Physiotherapeuten und die Ernährungsberaterin fiebern bei den Vorbereitungen für den Weltrekordversuch mit. Sie testen regelmäßig Fenns Fitness, stellen darauf den Trainingsplan ab und beraten in Sachen Ernährung. Außerdem optimieren sie Fenns Sitzhaltungund bereiten eine orthopädisch korrekte Sitzgelegenheit in dem Liegendrad vor. Fenn sei ein Beispiel dafür, was man nach einem schweren Unfall leisten könne, sagt Zink. Der Ausdauersportler steckte die Folgen eines schlimmen Motorradsturzes auf der Autobahn weg.

Dass Zink das Fahrrad-Experiment unterstützt, ist kein Zufall. Seine Eltern hatten ein Fahrradgeschäft und er war Bayerischer Meister im Kunstradfahren. Er freut sich schon auf die Wettbewerbs-Atmosphäre am Lausitzring. Bis zum Weltrekordversuch will Daniel Fenn sein liegendrad aus Carbon weiter optimieren. Möglicherweise bekommt er von einem Hersteller ein leichteres Exemplar. Seines wiegt 28 Kilogramm. Auf der topfebenen Strecke spiele das letzte Gramm Gewichtsersparnis aber nicht die letzte Rolle, denkt der Ausdauersportler. Trotzdem soll die Fahrt so bequem wie möglich werden. Räumliche Enge und Helmpfiicht werden den Renntag ganz schön lang machen.

Fenn erwägt die Konstruktion von technischen Helferlein. Für denkbar hält er den Einsatz eines Weckers in Verbindung mit einem Lenkungsdämpfer. So bliebe das Rad bei einem kurzen Nickerchen in der Spur und der Wecker würde vor den beiden Kurven des Ovals zum Lenken mahnen.

Quelle: Saale-Zeitung 66. Jahrgang, Nr 29 am Freitag 05.02.2010

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